Ist Milchsäure vegan? Nicht immer! (2025)

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Kurz und Knapp

  • Milchsäure (E270) ist in der Regel vegan! Sie entsteht durch die Fermentation von Zucker durch Milchsäurebakterien.
  • Milchsäure wird in vielen veganen Lebensmitteln wie Sauerkraut, Kimchi, Sauerteigbrot oder Sojasoße enthalten.
  • Milchsäure ist nicht immer vegan. Sie kann auch durch die Fermentation eines tierischen Nährmediums entstehen. Natürlich nicht vegane Milchsäure enthalten saure Milchprodukte wie Kefir.

Veganer verzichten ja auf alle Milchprodukte. Wann Milchsäure vegan ist und wann nicht, erkläre ich ausführlich in diesem Artikel.

Ist Milchsäure vegan?

Ja, Milchsäure ist in den meisten Fällen vegan. Sie wird durch die Fermentation von pflanzlichen Rohstoffen, wie Zucker und Stärke durch Milchsäurebakterien gewonnen. Der irreführende Name kommt daher, dass Milchsäure ursprünglich in saurer Milch entdeckt wurde. Heute wird Milchsäure in vielen veganen Lebensmitteln verwendet.

Ist alle Milchsäure vegan?

Das Bild zeigt Kefir. Hier entsteht natürliche nicht-vegane Milchsäure durch die Fermentation von Laktose.

Nein, nicht jede Milchsäure ist vegan. Obwohl Milchsäure in den meisten Lebensmitteln vegan ist, gibt es Ausnahmen. Milchsäure kann auch auf einem tierischen Nährmedium, wie zum Beispiel Milchzucker kultiviert werden. Fermentierte Milchprodukte, wie Joghurt und Kefir, enthalten nicht vegane Milchsäure.

Wenn Milchsäure (E270) in einem verarbeiteten Lebensmittel zugesetzt ist, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass es industriell hergestellte vegane Milchsäure ist.

Du solltest nur bei Kuhmilchprodukten aufpassen. Diese sind aber größtenteils offensichtlich nicht vegan.

Welche Produkte mit „Milch“ im Namen sind vegan?

Das Wort „Milch“ in Produkten kann für Verwirrung sorgen.

Daher habe ich in der folgenden Tabelle einmal Produkte aufgezählt, die Milch im Namen haben und dazu geschrieben, ob sie vegan sind oder nicht.

ProduktVegan, oder nicht?
Milch (Kuhmilch)Nicht vegan
MolkeNicht vegan
Milchpulver, SüßmolkepulverNicht vegan
Milchzucker, LaktoseNicht vegan
Fettarme Milch, MagermilchNicht vegan
Laktosefreie MilchNicht vegan
KondensmilchNicht vegan
JoghurtNicht vegan
KäseNicht vegan
VollmilchschokoladeNicht vegan
ButterNicht vegan
SahneNicht vegan
MilchsäureMeistens vegan
Pflanzenmilch (Soja-, Hafer-, Mandeldrink)Vegan
KokosmilchVegan
KakaobutterVegan
ScheuermilchVegan (bitte nicht trinken)
SonnenmilchVegan (bitte nicht trinken)

Was ist Milchsäure

Milchsäure ist eine organische Säure, die durch die Fermentation von Zucker und Milchsäurebakterien entsteht. Dieser Prozess heißt Milchsäuregärung.

Die Milchsäuregärung ist entscheidend bei der Herstellung von fermentierten Lebensmittel.

Milchsäure hat nichts mit Milcheiweiß oder Laktose zu tun. Sie ist in frischer Milch gar nicht enthalten.

Herstellung und Gewinnung von Milchsäure

Milchsäure wir größtenteils durch Fermentation hergestellt. Milchsäurebakterien bauen dabei kurzkettige Kohlenhydrate ab.

Bei der industriellen Produktion von Milchsäure werden üblicherweise Maisstärke oder Rübenzucker (normaler Zucker) verwendet. Diese Rohstoffe sind kostengünstigst und leicht verfügbar.

Es gibt auch noch einen synthetischen Weg Milchsäure herzustellen. Dort wird aus Chemikalien Milchsäure hydrolysiert. Doch auch dieser Prozess wird rein pflanzlichen Rohstoffen durchgeführt.

Wo ist Milchsäure enthalten?

Milchsäure kommt natürlicherweise in vielen pflanzlichen, fermentierten Lebensmittel vor:

  • Sauerteigbrot
  • Sauerkraut
  • Kimchi
  • Sojasoße
  • Tempeh
  • Miso
  • Eingelegtes Gemüse

Milchsäure wird außerdem als Konservierungs- oder Säuerungsmittel in verarbeiteten Lebensmittel eingesetzt. In der Zutatenliste ist Milchsäure unter E270 aufgeführt.

In der Kosmetikindustrie wird Milchsäure als Feuchtigkeitsspender und um den pH-Wert zu regulieren, eingesetzt. Dort wird Milchsäure unter dem englischen Namen „Lactic Acid“ gelistet.

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Fazit: Milchsäure ist überall außer in offensichtlichen Kuhmilchprodukten vegan.

Ob in fermentierten veganen Lebensmitteln, in Fertigkost, in Kosmetik oder Medizin: Milchsäure (E270, Lactic Acid) ist dort überall vegan.

Milchsäure ist nur dort nicht vegan, woher sie auch ihren Namen hat – in sauren Milchprodukten, wie Joghurt, Kefir und manchen Käsesorten.

Da in diesen Lebensmitteln ohnehin „Milch“ oder „Molke“ als Allergen fett in der Zutatenliste steht, sollte es ziemlich einfach sein, vegane von nicht-veganer Milchsäure zu unterscheiden.

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Markus Maibaum
5+ Jahre Vegan, Tierrechts-Aktivist, Umwelt-Wissenschaftler, Powerlifter, Hobby-Koch

Markus hat Veganivore gegründet, um die vegane Lebensweise zu verbreiten und unsere Erde ein kleines bisschen nachhaltiger & gerechter zu machen.

In seiner Freizeit setzt er sich leidenschaftlich gerne für Tierrechte ein, hält Vorträge für Umweltvereine, hebt Gewichte und probiert neue vegane Rezepte aus.

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2 Gedanken zu „Ist Milchsäure vegan? Nicht immer! (2025)“

  1. Hier steht noch zum Spaß Scheuermilch solle man nicht trinken. Und jetzt gibt es dieses neue Gesetz, dass Sojamilch nicht mehr Milch heißen darf etc. Ich finde, das sollte schon konsequent umgesetzt werden, Scheuermilch hat nichts mit Milch zu tun also darf es auch nicht so heißen.

    Antworten
    • Das Sojamilch nicht Milch heißen darf ist sogar schon lange so. Das neue Gesetz soll das noch auf Fleischbezeichnungen wie Wurst, Steak oder Schnitzel erweitern. Absoluter Schwachsinn…
      Finde es nur lustig, dass sich die Fischindustrie jetzt beschwert, weil sie wahrscheinlich auch nicht mehr Lachssteak sagen dürfen, weil ja kein Fleisch drin ist 😀

      Antworten

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