Die 17 besten Tipps, was du gegen den Klimawandel tun kannst

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Die 17 besten Tipps, was du gegen den Klimawandel tun kannst

Hier sind die aus wissenschaftlicher Sicht besten Methoden, wie du deinen CO2-Fußabdruck reduzierst.

Was kann man gegen den Klimawandel tun? Jeder hat auf diese Frage eine andere Antwort.

Mich als Wissenschaftler stört es, dass man im Internet oft mit hunderten Klimaschutz-Tipps überflutet wird.

Keiner sagt einem, was wirklich die effektivsten Maßnahmen gegen den Klimawandel sind.

Ich möchte, dass du genau weißt, wie viel Kilogramm CO2 du mit welchen Maßnahmen einsparen kannst.

Deswegen habe ich mehrere Tage wissenschaftlich recherchiert und diese Liste zusammengestellt.

Die Tipps sind nach Effektivität und Aufwand sortiert. Denn manchmal können schon einmalige Taten viel bewirken. Auf andere Dinge sollte man täglich achten.

CO2 im Text meint CO2 Äquivalente.

1. Zu Ökostrom wechseln

Sehr effektiv – Einmalig

Eine globale Stromversorgung ohne fossile Brennstoffe ist nur mit erneuerbaren Energien möglich.

Wenn du in deinem Haushalt auf Ökostrom setzt, kannst du jährlich 640 kg CO2 einsparen.

Bei der Suche nach einem geeigneten Anbieter können Vergleichsportale helfen. Du solltest auf das Grüner Strom-Label oder ok-power-Label achten.

Zu Ökostromanbieter wechseln – schnell & einfach:

  • Du musst nur beim neuen Anbieter einen Vertrag abschließen, dieser kümmert sich um alles Weitere.
  • Dann musst du deinen alten Vertrag kündigen.
  • Hab keine Angst im Dunkel zu sitzen. Der Netzbetreiber versorgt dich mit Strom, wenn etwas schiefgeht.

2. Pflanzen-basierte Ernährung

Sehr effektiv – Täglich

Der durchschnittliche Deutsche erzeugt 1,7 Tonnen CO2 durch die Ernährung.

Fleisch und Milchprodukte machen davon circa 65 % der Emissionen aus (39 % Milchprodukte, 26 % Fleisch).

Mit dem Verzicht auf Fleisch kannst du 440 kg CO2 jährlich vermeiden. Eine vegane Ernährung stößt sogar 680 kg CO2 weniger im Jahr aus.

Vegan leben ist damit effektiver als der Umstieg auf ein E-Auto.

Pflanzen-basiert Essen hilft nicht nur beim Klimaschutz, sondern spart auch viel Wasser und sehr viel Land.

Das zusätzliche Land kann dann aufgeforstet werden und die Wälder als Lebensraum für Wildtiere genutzt werden.

Nach einer großen Studie der Oxford Universität, ist der Verzicht auf Fleisch und Milch der größte persönliche Hebel gegen den Klimawandel.

Neben einem hohen CO2 Ausstoß verursachen Tierprodukte viele weitere große Umweltprobleme.

Vegan muss auch nicht immer schwierig sein. Leckere vegane Produkte findest du leicht mit unserem Guide.

3. Politisch aktiv werden 

Sehr effektiv – Täglich / Einmalig

Obwohl es wichtig ist unseren eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, müssen wir uns auch für einen Systemwandel einsetzen.

Der einfachste Weg sich politisch zu beteiligen ist natürlich Wählen zu gehen. Die Macht, die jeder einzelne hat, wird häufig unterschätzt.

Bei der Wahlbeteiligung der Bundestagswahl 2021 hat jede Stimme über 26.801,20 € entschieden.

(Deutsche Ausgaben pro Kopf * Wahlbeteiligung)

Andere Wege politisch aktiv zu werden sind:

  • Petitionen unterzeichnen
  • E-Mail an Politiker schreiben
  • Lokalen Gruppen beitreten
  • Klima-Aktivismus

Besonders Klima-Aktivismus hat in den letzten Jahren viel bewegt. Fridays for Future hat dafür gesorgt, dass das Klima zum Hauptthema der letzten Wahl wurde.

Ich finde, Aktivismus macht super viel Spaß. Man lernt auf Demos sehr viele Gleichgesinnte kennen. Außerdem hat man endlich das Gefühl wirklich etwas erreichen zu können.

4. Weniger Fliegen

Sehr effektiv – Täglich

Jeder weiß, dass Fliegen sehr klimaschädlich ist. 

Ein transatlantischer Hin und Rückflug in die USA erzeugt circa 3 Tonnen CO2. 

Ein einziger Trip überschreitet damit das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen um das Doppelte. 

Aber auch ein Inlandsflug von Berlin nach Frankfurt produziert schon 300 kg CO2. Für die gleiche Menge fährt ein E-Auto zwischen 5.000 und 10.000 Kilometer.

Weltweit fliegen jedoch immer mehr Menschen. Fliegen könnte daher 2050 ein Viertel aller Treibhausgas-Emissionen ausmachen. 

Außerdem können Flugzeuge nicht wie Autos vollständig elektrisiert werden. Bis die ersten Flugzeuge mit Wasserstoff Antrieb in der Luft sind, wird es auch noch lange dauern

Daher ist Verzicht beim Fliegen die beste Strategie.

Wenn du dennoch unbedingt fliegen musst, kannst du CO2 Kompensationen kaufen.

5. Öffentliche Verkehrsmittel und Fahrrad fahren

Sehr effektiv – Täglich

Autofahren stößt beim durchschnittlichen Deutschen jährlich noch mehr Emissionen aus, als das Fliegen.

Wer auf seinen Mittelklassewagen verzichtet, kann bis zu 2 Tonnen CO2 einsparen. Wer seinen SUV verkauft, spart sogar 3,5 Tonnen CO2 ein.

Die besten Alternativen zum Autofahren sind öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad.

Wer 5 km mit dem Fahrrad statt mit Auto zur Arbeit pendelt, spart 400 kg CO2.

Es gibt für jede Streckenlänge geeignete grüne Transportmöglichkeiten.

Bus, Bahn, Fernbus und Carsharing transportieren mehr Menschen und sind deshalb effizienter als Autofahren.

6. Verbrauchssparend Auto fahren

Sehr effektiv – Täglich

Wenn du auf kein Auto verzichten kannst, hast du zwei Möglichkeiten, um deinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren.

Der Wechsel auf ein E-Auto kann 1,2 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Du kannst auch nachhaltiger fahren, wenn dein Auto mit Benzin oder Diesel betrieben wird.

Tipps zum Spritsparend fahren:

  • Eine sparsame Fahrweise ohne häufiges Bremsen und Schalten spart 25 % CO2 ein.
  • Frühes Hochschalten spart 20 % CO2 ein: bei 30 km/h 3. Gang, bei 40 km/h 4. Gang und bei 50 km/h 5. Gang.
  • Regelmäßiges Motorwarten spart 10 % CO2 ein.
  • Mit optimalem Reifendruck fahren spart 5 % CO2 ein.
  • Weniger die Klimaanlage nutzen spart bis zu 13 % CO2 ein.
  • Weniger Gepäck spart bis zu 5 % CO2 ein.

7. Konsum reduzieren

Sehr effektiv – Täglich

Den größten Anteil am deutschen Pro-Kopf CO2 Ausstoß verursacht der Konsum, mit 3,79 Tonnen.

Gleichzeitig variiert dieser Bereich individuell am meisten. Du kannst viele hundert Kilogramm CO2 jedes Jahr einsparen, indem du deinen Konsum reduzierst. 

Oft hilft die einfache Frage: „Benutze ich das wirklich?“

Wir haben meist viele Dinge, die wir nicht mehr brauchen. Ich selbst fühle mich jedes Mal viel freier, wenn ich einmal ausgemistet habe. 

Setzt dir doch zum Beispiel das Ziel jedes Mal etwas altes zu verkaufen, wenn du etwas Neues kaufst.

Konsumreduktion muss auch nicht immer Verzicht bedeuten. Setzte beim Kauf auf langlebige Artikel oder kaufe gebrauchte Ware

Beides spart nicht nur circa 200 kg CO2 im Jahr, sondern auch Geld.

8. Moderne Heizung und Wärmedämmung installieren

Sehr effektiv – Einmalig

Die Heizung verbraucht im Haushalt am meisten CO2.

Viele Heizungen sind veraltet und moderne Geräte sind deutlich nachhaltiger.

Das Umweltbundesamt empfiehlt beim Kauf von einer modernen Heizungsanlage eine  Energieeffizienzklasse ab A+.

Ein Haushalt mit moderner Heizung und guter Wärmedämmung spart jedes Jahr pro Person 770 kg CO2 ein.

Die Investitionen für eine Heizungsanlage sind hoch, aber lohnen sich langfristig für das Klima und den Geldbeutel.

Als Mieter kannst du bei der Wohnungssuche auf den Energieausweis achten. Bei deiner derzeitigen Wohnung kannst du undichte Fenster und Türen abdichten.

Heizkosten sind sehr hoch und kleine Verbesserungen der Energieeffizienz sparen eine Menge Geld.

9. Energieeffiziente Elektrogeräte kaufen

Effektiv – Einmalig

Nach der Heizung verursachen Elektrogeräte am meisten CO2 im Haushalt.

Zum Glück gibt es die bunten Energieeffizienzklassen, die jeder von uns schon mal gesehen hat.

Weil Neugeräte mittlerweile die alten Klassen A+ bis A+++ überschreiten, gibt es seit März 2021 eine überarbeitete Regelung. 

Elektrogeräte sind wieder in die alten Klassen A bis G eingeteilt, wobei noch kein Gerät A erreicht hat.

Wenn du ein Gerät mit der Kennzeichnung B kaufst, kannst du viel CO2 sparen. Wie viel ist sehr unterschiedlich und abhängig vom Gerätetyp und ersetztem Altgerät.

Besonders Großgeräte wie Kühlschrank und Co. sind Stromfresser. Beim Kauf von energieeffizienten Großgeräten wirst du also in Zukunft eine Menge CO2 und Stromkosten sparen.

10. Standby bei Elektrogeräten abschalten

Effektiv – Einmalig / Täglich

Während wir Geräte nicht nutzen, verbraucht der Standby-Modus viel Strom.

Alle Geräte immer vollständig ausschalten ist zeitaufwendig.

Doch mit der einmaligen Investition in eine Steckerleiste kannst du viele Geräte auf einmal ausschalten. Es gibt auch Steckerleisten mit Zeitschaltung, die das automatisch für dich erledigen. 

Ich persönlich habe alle meine Geräte im Arbeitszimmer an einer Steckerleiste, die ich abends einfach mit dem Fuß ausschalte.

Das ergibt bis zu 200 kg CO2 Einsparung nur durch eine einmalige Investition

11. Kleidung in kaltem Wasser waschen

Effektiv – Täglich

Du kannst du jedes Jahr 300 kg CO2 einsparen, wenn du deine Waschmaschine aus 30 °C oder geringer stellst. 

Das ist fast so viel CO2, wie du durch verbrauch-sparendes Autofahren einsparst!

Gemäß EU-Ökodesign-Richtlinie müssen neue Waschmaschinen über ein Waschprogramm mit 20 °C oder geringer verfügen.

Du musst dir auch keine Sorgen machen, dass die Wäsche nicht sauber wird.

Moderne Maschinentechnik und kaltaktives Waschmittel sorgen für eine hygienische Wäsche bei niedrigen Temperaturen.

Immer kalt Waschen macht jedoch besonders bei Unterwäsche oder Handtüchern keinen Sinn. 

Doch mit vielen Kaltwäschen und der selteneren 40 °C oder 60 °C Wäsche kann man viel CO2 einsparen.

12. Energiesparende LED-Lampen einbauen

Weniger effektiv – Einmalig

Lampen mit alter Technik erzeugen deutlich mehr CO2 als neuere LED-Lampen. Gleichzeitig haben neuere Lampen eine längere Lebensdauer.

Du kannst mit 100 kg CO2 Einsparung pro Jahr rechnen, wenn du deine alten Lampen austauscht.

Das ist nicht sehr viel Einsparung im Vergleich zu anderen Punkten auf dieser Liste ist, lohnt sich aber trotzdem.

Der Wechsel der Lampen geht meistens sehr schnell. Außerdem spart man nicht nur CO2, sondern auch Geld und die LED-Lampen halten länger.

13. Regional und saisonal einkaufen

Effektiv – Täglich

Der Kauf von regionalen und saisonalen Lebensmittel reduziert häufig deinen CO2-Fußabdruck.

Der Einfluss unterscheidet sich stark je nach Region und Saison. Er liegt zwischen 0 und 360 kg CO2.

Die Treibhausgasemissionen durch den Transport sind nur ein kleiner Teil der gesamten Emissionen.

Die Lebensmittelauswahl ist wichtiger als die Regionalität. Exportierte Bananen haben nur einen Bruchteil der Emissionen von Fleisch oder Käse aus der Region.

Die Entscheidung pflanzlich über tierisch hat einen deutlich größeren Einfluss aufs Klima.

Wenn du wissen willst, wann Gemüse in Saison sind, schau doch mal in unseren Saisonkalender.

14. Bio Lebensmittel kaufen

Weniger effektiv – Täglich

Bio Landwirtschaft ist besser für Böden und Artenvielfalt als konventionelle Landwirtschaft. Aber ist sie auch besser fürs Klima?

Der große Nachteil an Bio Landwirtschaft ist der hohe Flächenverbrauch.

In Deutschland bräuchte man fast doppelt so viel Fläche, um die gesamte Landwirtschaft auf Bio umzustellen.

Pflanzliche Bio Lebensmittel produzieren oft pro Ertrag genauso viele Treibhausgase wie konventionelle Lebensmittel.

Bio Fleisch und Milch produzieren sogar mehr Treibhausgase als konventionelle tierische Produkte.

Es kann dennoch für Klimaschutz sinnvoll sein pflanzliche Bio Lebensmittel zu kaufen.

Bessere Böden heißt nämlich auch, dass Bio Landwirtschaft weniger von Extremwetter-Ereignissen betroffen ist.

Dürren oder Überflutungen werden nämlich durch den Klimawandel in Zukunft verstärkt auftreten.

15. Plastiktüten weglassen

Weniger effektiv – Täglich

In einer Umfrage von 2019 wurde gefragt:„Was sind die effektivsten persönlichen Maßnahmen gegen den Klimawandel?

Die meisten Deutschen antworteten „Keine Plastiktüten mehr benutzen“  wäre am wichtigsten.

Doch wer auf Plastik verzichtet spart gerade einmal 3 kg CO2 pro Jahr ein.

Es gibt natürlich viele gute Gründe auf Plastik zu verzichten. Aber gegen den Klimawandel Plastiktüten weglassen ist keine effektive Maßnahme.

16. Bäume pflanzen fürs Klima

Weniger effektiv – Einmalig

Bäume pflanzen wird auch oft als eine der wichtigsten Klimaschutz-Maßnahmen dargestellt.

Es gibt dabei aber viele Dinge zu beachten. Die passende Baumart sollte auf einem geeigneten Gebiet gepflanzt werden und man sollte keine CO2-reichen Böden aufforsten.

Es gibt viele Negativbeispiele, wo das Pflanzen von Bäumen sogar schlecht fürs Klima war. 

Um einen Baum mit gutem Gewissen zu pflanzen, solltest du auf ein Label wie dem verified Carbon Standard achten. 

Wenn man es richtig macht, kann ein gepflanzter Baum immerhin 6–60 kg CO2 pro Jahr aufnehmen. 

Bäume pflanzen sollte also nicht dein Hauptfokus sein, kann aber oft mit wenig Aufwand gemacht werden. Benutze z. B. Ecosia und pflanze ganz nebenbei Bäume.

Auch kleine Schritte gegen den Klimawandel helfen.

17. Nachhaltig investieren

Effektivität schwer einzuschätzen – Einmalig

Das Geld auf deinem Konto liegt nicht in irgendeinem Safe in der Bank. Die Bank investiert damit in Firmen, um selber mehr Gewinne zu erzielen.

Viele Banken investieren einfach überall, wo es Geld zu machen gibt und achten dabei nicht auf die Umwelt.

Das bedeutet Investitionen in Kohle, Öl oder Gaskonzerne.

Ökobanken dagegen investieren in nachhaltige Projekte und erneuerbare Energien.

Laut dem Fair Finance Guide schneiden im Punkt Klimaschutz drei Banken sehr gut ab: die GLS Bank, die Ethikbank und die Tridosbank. 

Es ist schwer genau zu berechnen wie viel CO2 du durch den Wechsel zu einer Ökobank einsparst.

Aber du möchtest sicher nicht, dass dein Geld direkt Klimaschäden verursacht.

Dann ergibt es Sinn, ein Konto bei einer Ökobank zu eröffnen und in Nachhaltigkeit und die Wirtschaft von morgen zu investieren.

Ich hoffe, ich konnte dich motivieren, nachhaltiger zu leben 🙂 Hier gibt es noch mehr Tipps zum Energiesparen.


Markus Maibaum
5+ Jahre Vegan, Tierrechts-Aktivist, Umwelt-Wissenschaftler, Powerlifter, Hobby-Koch

Markus hat Veganivore gegründet, um die vegane Lebensweise zu verbreiten und unsere Erde ein kleines bisschen nachhaltiger & gerechter zu machen.

In seiner Freizeit setzt er sich leidenschaftlich gerne für Tierrechte ein, hält Vorträge für Umweltvereine, hebt Gewichte und probiert neue vegane Rezepte aus.

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